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Familiencoach Kinderängste
Sich mit dem Erlebten auseinandersetzen

Über das Erlebte sprechen

Generell ist es nicht immer leicht, mit einem Kind über schwierige Lebensereignisse und andere Belastungen zu reden. Doch genau dies brauchen Kinder, um das Erlebte verarbeiten zu können.

Auch im vollen Familienalltag können Sie für Ihr Kind da sein, indem Sie selbst Gesprächsangebote machen. Sie können Ihr Kind immer wieder ermutigen, über das Erlebte zu sprechen. Es ist genauso wichtig, dass Sie offen für Gespräche sind, wenn Ihr Kind diese sucht oder einfordert. Vertrösten Sie Ihr Kind also nicht, selbst wenn es zu unerwarteten Zeitpunkten auf Sie zukommt. Die meisten Kinder möchten sich ohnehin nur kurz austauschen.

So gelingt Ihr Eltern-Kind-Gespräch

Es empfiehlt sich, ausreichend Zeit einzuplanen und das Gespräch an einem ruhigen, ungestörten Ort zu führen und – wenn möglich – zu einem günstigen Zeitpunkt.

Es ist okay, wenn Ihr Kind Ihnen nicht alles direkt erzählen möchte. Wenn Sie immer wieder mit dem Kind über das Erlebte sprechen, erleichtert das die Verarbeitung.

Für jüngere Kind kann es hilfreicher sein, das Erlebte spielerisch zu „besprechen“. Sie können gemeinsam malen oder das Erlebnis z. B. mit Puppen, Kuscheltieren oder Playmobil nachspielen.

Im Internet finden Sie viele hilfreiche Seiten – oftmals in verschiedenen Sprachen – mit Anregungen für kindgerechte Erklärungen und Gespräche zu aktuell bedrückenden Ereignissen, z. B.:    

Alle Gedanken und Gefühle sind willkommen

Eine offene, interessierte und akzeptierende Haltung hilft Ihnen im Gespräch mit Ihrem Kind. Schlimme Erlebnisse können nur verarbeitet werden, wenn alle Gedanken und Gefühle willkommen sind. Das Verdrängen von Gedanken, Gefühlen und Erinnerungen hilft weder Ihnen noch Ihrem Kind!

Dies hilft Ihrem Kind

Sie können Ihrem Kind erklären, dass es wichtig und hilfreich ist, alle Gedanken, Gefühle und Erinnerungen zuzulassen, auch die schlechten.

Alle Gefühle und Gedanken finden einen Platz in Ihrem Gespräch. Auch Verhaltensweisen wie Weinen oder Schreien sind okay. Ihrem Kind hilft es, wenn Sie es dabei unterstützen, seine Gefühle konkret zu benennen.

Unterstützen Sie Ihr Kind dabei, das Erlebte möglichst genau zu berichten. Sie können dazu konkrete Nachfragen stellen, z. B.: „Was hast du gedacht?", „Wie hast du dich gefühlt?“

Wenn die Gespräche zu sehr belasten

Wenn Sie merken, dass das Sprechen über das Erlebte Ihr Kind sehr stark belastet, dann braucht es eventuell noch etwas Zeit. Vielleicht ist es noch nicht bereit, über seine Erfahrungen zu sprechen. Das kann z. B. dann der Fall sein, wenn Ihr Kind ganz intensiv weint – auch noch lange über das gemeinsame Gespräch hinaus. In dem Fall sollten Sie ihm weiterhin viel Halt und Sicherheit vermitteln, akzeptieren, dass es aktuell nicht über das Erlebte sprechen möchte und/oder über weitergehende Unterstützung, z. B. in Form von Psychotherapie, nachdenken. Erste Anlaufstellen finden Sie hier.